
Die Diskussion um eine höhere Erbschaftsteuer wird oft mit dem Schlagwort „soziale Gerechtigkeit“ geführt. In Wahrheit verkennt sie, wie unsere Soziale Marktwirtschaft funktioniert – und was sie stark macht.
Erbschaften sind kein Zufallsgewinn, sondern das Ergebnis von Arbeit, Verzicht, Unternehmergeist und Verantwortung über Generationen hinweg. Menschen bauen Eigentum nicht „nebenbei“ auf, sondern durch Fleiß, Risiko und langfristige Planung.
Gerade heute ist Vermögensbildung schwieriger denn je:
Hohe Steuern, steigende Energiepreise, Inflation, Bürokratie und unsichere politische Rahmenbedingungen machen es vielen nahezu unmöglich, Eigentum aufzubauen oder ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Wer es dennoch schafft, darf dafür nicht am Ende noch einmal bestraft werden.
Besonders betroffen wäre der Mittelstand.
Viele Betriebe sind Familienunternehmen. Wird die Erbschaftsteuer erhöht, stehen Nachfolger oft vor einem Dilemma: Entweder sie verschulden den Betrieb, verkaufen Teile davon oder geben ihn ganz auf, nur um die Steuer zahlen zu können. Das gefährdet Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und unternehmerische Verantwortung.
Die Soziale Marktwirtschaft lebt nicht von Umverteilung, sondern von drei einfachen Prinzipien:
Leistung muss sich lohnen.
Eigentum muss möglich sein.
Verantwortung muss weitergegeben werden können.
Wer immer stärker besteuert und umverteilt, schwächt genau diese Grundlagen.
Er zerstört Anreize für Leistung, verhindert Vorsorge und untergräbt die Bereitschaft, langfristig zu denken und zu investieren.
Eine kluge Wirtschaftspolitik sorgt nicht dafür, dass der Staat immer mehr nimmt –
sondern dafür, dass Menschen überhaupt etwas aufbauen können.
Freiheit, Eigentum und Verantwortung sind keine Gegensätze zu sozialer Gerechtigkeit.
Sie sind ihre Voraussetzung.
Birgit RuderUnternehmerin






