
Der Begriff „Demokratie“ wird heute zunehmend von linken und aktivistischen Kreisen vereinnahmt. „Unsere Demokratie“ meint dabei oft nicht mehr das, was Demokratie im Kern ausmacht: das Zulassen, Aushalten und Akzeptieren unterschiedlicher Meinungen.
Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen, nicht von moralischer Abgrenzung. Sie lebt von Vielfalt – nicht von Einheitsmeinung.
Demokratie lernt man – aber wie?
Ja, Demokratie fällt nicht vom Himmel. Man lernt sie. Und Kinder sind unsere Zukunft.
Aber Demokratie lernt man nicht durch ideologische Vorgaben oder einseitige Meinungsbildung. Man lernt sie durch Zuhören, Abwägen, Widerspruch und die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Wenn Kinder vor Rathäusern Schilder hochhalten wie „Feucht ist schee – ohne AfD“, stellt sich eine einfache Frage:
👉 Woher soll ein Kind diese politische Bewertung haben?
Die AfD ist in Feucht demokratisch vertreten und auf dem Wahlzettel zugelassen. Ein Kind kommt nicht von selbst auf die Idee, eine bestimmte Partei aus dem Ort „entfernen“ zu wollen. Hier findet keine politische Bildung statt, sondern Instrumentalisierung.
Vielfalt gilt offenbar nur selektiv
„Für ein buntes Feucht“ – so lautet oft das Motto.
Aber Vielfalt heißt nicht nur rot, grün oder gelb. Auch blau ist eine Farbe.
Demokratische Vielfalt endet nicht dort, wo einem Meinungen nicht gefallen.
Wenn Menschenketten um Rathäuser gebildet werden, angeblich um „die Demokratie zu schützen“, drängt sich eine unbequeme Frage auf:
👉 Wovor wird das Rathaus eigentlich geschützt?
Vor Wählern? Vor zugelassenen Parteien? Vor demokratischem Wettbewerb?
Wer grenzt hier eigentlich wen aus?
All das geschieht unter dem Deckmantel „gegen Hass und Ausgrenzung“.
Doch wer andere pauschal ausschließt, diffamiert oder aus dem demokratischen Diskurs verdrängen will, handelt selbst undemokratisch – unabhängig davon, wie moralisch das begründet wird.
Demokratie bedeutet nicht, nur genehme Meinungen zuzulassen.
Sie bedeutet, unterschiedliche Positionen auszuhalten, solange sie sich im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Ordnung bewegen.
Unser Verständnis von Demokratie
Demokratie braucht:
- Meinungsvielfalt statt Gesinnungsdruck
- politische Bildung statt Indoktrination
- Argumente statt Etiketten
- Respekt statt Ausgrenzung
Kinder verdienen echte politische Bildung – keine Instrumentalisierung.
Und Demokratie verdient Ehrlichkeit – keine moralische Selbstüberhöhung.
Birgit Ruder, Marktgemeinderätin, Feucht





