Die Physik schlägt zurück!

„Die Physik schlägt zurück!“
Präziser lässt sich das, was derzeit im hohen Norden passiert, kaum beschreiben. Finnland bekommt die Quittung – und zwar mit voller Wucht.

Es ist eine dieser Geschichten, die so absurd klingen, dass man sie für überzogen hielte, wären sie nicht bittere Realität. Und doch treten sie mit der Zuverlässigkeit eines Naturgesetzes auf: Eine langanhaltende Kältewelle legt in Finnland die Windstromerzeugung nahezu lahm. Vereiste Rotorblätter, zwangsweise Abschaltungen, explodierende Strompreise. Die physikalische Wirklichkeit meldet sich zurück – und sie diskutiert nicht.

Minus 20 Grad, Stillstand inklusive

Bis zu minus 20 Grad Celsius und bodennaher Nebel auf Nabenhöhe reichten aus, um die Rotorblätter mit Eis zu überziehen, mit fatalen Folen. Schon eine hauchdünne Eisschicht verändert die Aerodynamik der Blätter massiv. Der Ertrag bricht ein, Unwuchten entstehen, Schäden drohen. Abschalten oder riskieren, dass teure Technik zerstört wird.

Währenddessen wird die Energiewende in Deutschland mit missionarischem Eifer vorangetrieben – weitgehend losgelöst von Physik, Technik und Statistik. Gesetze, Vorrangregelungen, „überragendes öffentliches Interesse“: Politische Beschwörungen sollen ersetzen, was Naturgesetze nicht verhandeln.

Wenn Kraftwerke Strom verbrauchen
Die Zahlen sind eindeutig. Schätzungen zufolge fiel die Windstromproduktion zeitweise auf null bis fünf Prozent der installierten Leistung. Noch grotesker: In einzelnen Phasen wurde die Windkraft bilanziell negativ. Die Anlagen verbrauchten mehr Strom für ihre eigenen Heizsysteme, als sie produzierten. Kraftwerke, die Strom ziehen statt liefern – man muss sich das wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Willkommen in der neuen Energiewelt.

Preisschock und Importzwang
Die Konsequenzen bekamen die Verbraucher unmittelbar zu spüren. Spotpreise schossen zeitweise auf 35 bis 40 Cent pro Kilowattstunde, in Extremfällen sogar darüber hinaus. Finnland musste Strom importieren – so viel, wie die Leitungen nur hergaben. Kernkraftwerke und Gaskraftwerke mussten einspringen, um den drohenden Kollaps zu verhindern. Jene Technologien also, die von den Aposteln der Energiewende regelmäßig zum Auslaufmodell erklärt werden.

Die perfekte Abwärtsspirale
Kälte treibt die Nachfrage nach oben, gleichzeitig fallen die Turbinen aus – eine perfekte Abwärtsspirale. Vereiste Blätter unten, Preise oben. Klarer lässt sich die Verwundbarkeit eines Systems kaum beschreiben.

Und das Problem reicht weit über Finnland hinaus. Viele Windkraftanlagen sind für mildere Klimazonen optimiert. Anti-Icing-Systeme fehlen oder sind unzureichend. Meteorologen sprechen von einer der stärksten Vereisungsphasen der vergangenen Jahre. Prognosen zufolge bleibt die Windstromerzeugung im gesamten nordischen Raum deutlich unter dem Normalniveau.

Eine Lektion, die auch Berlin betrifft
Wer glaubt, das sei ein rein finnisches Problem, irrt. Die Warnsignale aus dem Norden müssten auch hierzulande gehört werden – werden es aber wohl nicht. Stattdessen setzt die Politik weiterhin fast religiös auf Windenergie als tragende Säule der Versorgung. Sondervermögen, Klimaziele, Verfassungsrang: Der Druck, immer mehr wetterabhängige Erzeuger zu errichten, wächst stetig.

Finnland zeigt exemplarisch, was passiert, wenn ein Energiesystem einseitig auf eine Technologie setzt, die bei extremen Wetterlagen schlicht versagt. Die Ironie ist kaum zu überbieten: Ausgerechnet das Wetter, das die Windkraft antreiben soll, wird ihr zum Verhängnis.

Kernkraft – der geschmähte Stabilitätsanker
Am Ende waren es die bösen Kernkraftwerke und die geschmähten Gasturbinen, die einen Blackout verhinderten und damit Krankenhäuser und andere vulnerable Einrichtungen und Infrastruktur funktionsfähig hielten . Während die Windräder als nutzlose Eismonumente in der Landschaft standen, lieferten konventionelle Kraftwerke zuverlässig Strom. Man könnte darin eine Lehre erkennen – wenn man bereit wäre, sie anzunehmen.

Finnland betont, es handele sich um ein temporäres Phänomen und setzt auf einen breiten Energiemix. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu Deutschland: Finnland hat seine Kernkraft nicht abgeschaltet. Deutschland schon. Und in einer vergleichbaren Kältekrise könnte sich diese Entscheidung bitter rächen.

Naturgesetze lassen sich nicht wegregieren
Das Fazit ist ernüchternd, aber eindeutig: Eine Energiewende, die glaubt, Naturgesetze durch politische Beschlüsse ersetzen zu können, scheitert zwangsläufig an der Realität. Windräder vereisen bei minus 20 Grad. Punkt. Robustere Technik und verpflichtende Heizsysteme wären möglich – aber teuer. Sehr teuer. Und am Ende zahlt wie immer der Steuerzahler und der Stromkunde.

In Zeiten hoher Inflation und ohnehin belastender Energiepreise sollte man sich eine simple Frage stellen: Ist es klug, die Energieversorgung eines Industrielandes auf Technologien zu gründen, die bei Kälte versagen, bei Flaute stillstehen und bei Sturm abgeschaltet werden müssen? Oder wäre ein breiter, nüchterner Energiemix nicht die vernünftigere Wahl?

Wer glaubt, wetterabhängige Energie könne jederzeit Versorgungssicherheit garantieren, ignoriert die physikalische Realität.
Dem ist tatsächlich nichts mehr hinzuzufügen.

Quellen:

https://www.kettner-edelmetalle.de/news/finnlands-windkraft-desaster-wenn-die-grune-energiezukunft-im-eis-erstarrt-16-02-2026

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/vereiste-windraeder-finnland/

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